
Serum, Creme, Gesichtsöl, Sonnenschutz – wer mehrere Pflegeprodukte verwendet, steht schnell vor der Frage: Was kommt eigentlich zuerst auf die Haut?
Gerade in sozialen Medien wirken Hautpflegeroutinen manchmal wie eine Wissenschaft für sich. Dabei muss eine sinnvolle Routine weder aus zehn verschiedenen Produkten bestehen noch besonders kompliziert sein.
Entscheidend ist vielmehr, welche Produkte deine Haut tatsächlich braucht und in welcher Reihenfolge sie sinnvoll angewendet werden.
Gibt es eine richtige Reihenfolge bei der Hautpflege?
Eine praktische Faustregel lautet: Leichtere, wasserreiche Produkte werden häufig vor reichhaltigeren Produkten aufgetragen.
Das bedeutet allerdings nicht, dass man sich ausschließlich an der Konsistenz orientieren sollte. Manche Produkte sind für einen ganz bestimmten Anwendungsschritt entwickelt worden. Deshalb sind auch die Hinweise des Herstellers wichtig.
Für eine klassische Pflegeroutine lässt sich die Reihenfolge trotzdem ziemlich einfach zusammenfassen:
Reinigung → Serum oder Wirkstoffpflege → Creme → optional Öl
Am Morgen kommt noch ein besonders wichtiger Schritt dazu:
Sonnenschutz.
Schauen wir uns die einzelnen Schritte genauer an.
Serum oder Creme – was kommt zuerst?
In einer klassischen Hautpflegeroutine wird das Serum vor der Creme aufgetragen.
Seren besitzen häufig eine leichte, wasserbasierte Textur und enthalten bestimmte Pflege- oder Wirkstoffe in einer darauf abgestimmten Formulierung.
Die Creme folgt anschließend und übernimmt – je nach Produkt – unter anderem feuchtigkeitsspendende, rückfettende oder schützende Funktionen.
Ganz einfach gemerkt:
Serum zuerst, Creme danach.
Ein Serum ist allerdings kein Pflichtbestandteil einer guten Hautpflege. Wer mit einer einfachen Routine gut zurechtkommt, muss nicht automatisch ein zusätzliches Produkt verwenden.
Gesichtsöl oder Creme – was kommt zuerst?
Bei einem klassischen reinen Gesichtsöl wird häufig empfohlen, es nach der Creme aufzutragen.
Öle können die Haut geschmeidiger machen und – abhängig vom verwendeten Öl und der Formulierung – dazu beitragen, den Wasserverlust über die Haut zu begrenzen.
Trotzdem gilt auch hier: Gesichtsöl ist nicht automatisch ein Ersatz für eine Creme.
Außerdem gibt es keine universelle Regel für jedes kosmetische Produkt. Manche Formulierungen sind ausdrücklich für eine andere Anwendung vorgesehen. Im Zweifel lohnt sich deshalb ein Blick auf die Anwendungsempfehlung des jeweiligen Produkts.
Übrigens: Nicht alles, was wir umgangssprachlich als Öl bezeichnen, ist chemisch tatsächlich ein Öl. Jojobaöl besteht beispielsweise überwiegend aus flüssigen Wachsestern.
→ Mehr dazu erfährst du in unserem Ratgeber „Warum Jojobaöl eigentlich gar kein Öl ist“.
Wann kommt der Sonnenschutz?
Bei der morgendlichen Routine gehört der Sonnenschutz an das Ende der eigentlichen Hautpflege – und vor Make-up.
Eine einfache Morgenroutine könnte deshalb so aussehen:
Reinigung → optional Serum → Creme → Sonnenschutz
Je nach Hauttyp, Sonnenschutzprodukt und dessen Pflegewirkung kann die zusätzliche Creme am Morgen auch nicht immer notwendig sein.
Wichtig ist vor allem, einen Sonnenschutz zu wählen, der zur eigenen Haut und zur restlichen Routine passt.
Wie sieht eine einfache Abendroutine aus?
Am Abend fällt der Sonnenschutz weg. Dafür spielt die Reinigung eine größere Rolle, um beispielsweise Sonnenschutz, Make-up und andere Rückstände des Tages zu entfernen.
Eine unkomplizierte Abendroutine kann beispielsweise so aussehen:
Reinigung → optional Serum oder Wirkstoffpflege → Creme → optional Gesichtsöl
Auch hier gilt: Nicht jeder dieser Schritte ist für jeden Menschen notwendig.
Welche Pflege sinnvoll ist, hängt unter anderem von Hauttyp, Hautzustand, verwendeten Produkten und persönlichen Bedürfnissen ab.

Muss Hautpflege wirklich aus so vielen Produkten bestehen?
Nein.
Eine lange Routine ist nicht automatisch eine bessere Routine.
Gerade wenn viele verschiedene Wirkstoffe und Produkte gleichzeitig verwendet werden, kann es schwieriger werden herauszufinden, welches Produkt die Haut gut verträgt – oder welches möglicherweise Irritationen verursacht.
Deshalb kann es sinnvoll sein, zunächst mit einer einfachen Basisroutine zu beginnen und weitere Produkte nur dann hinzuzunehmen, wenn sie einen konkreten Zweck erfüllen.
Mehr Hautpflege bedeutet eben nicht automatisch mehr Wirkung.
Und was ist bei trockener Haut?
Wenn sich die Haut trotz regelmäßiger Pflege trocken oder gespannt anfühlt, muss die Ursache nicht unbedingt in der Reihenfolge der Produkte liegen.
Auch die verwendete Pflege selbst, häufiges oder sehr heißes Duschen, trockene Umgebungsluft oder andere Faktoren können eine Rolle spielen.
→ In unserem Ratgeber „Trockene Haut trotz Creme: Warum spannt meine Haut trotzdem?“ schauen wir uns genau diese Frage genauer an.
Auch die Hautbarriere spielt dabei eine wichtige Rolle. Wie sie aufgebaut ist und warum sie für den Wasserhaushalt unserer Haut so wichtig ist, erklären wir separat in unserem Ratgeber „Hautbarriere einfach erklärt“.

Hautpflege-Reihenfolge auf einen Blick
Wenn du dir nur eine Sache merken möchtest, dann diese:
Morgens:
Reinigung → Serum → Creme → Sonnenschutz
Abends:
Reinigung → Serum/Wirkstoffpflege → Creme → optional Öl
Serum und Gesichtsöl sind dabei optionale Schritte und keine Voraussetzung für eine gute Hautpflege.
Viel wichtiger als eine möglichst lange Routine ist, dass die verwendeten Produkte zu deiner Haut passen, sinnvoll miteinander kombiniert werden und regelmäßig angewendet werden.
Denn gute Hautpflege muss nicht kompliziert sein.
Natürlich. Pur. Wirksam. 🌼
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