Inhaltsstoffe in Kosmetik verstehen: So liest du die INCI-Liste richtig


Simmondsia Chinensis Seed Oil, Helianthus Annuus Seed Oil, Prunus Amygdalus Dulcis Oil…

Klingt ein bisschen nach Chemielabor, oder?

Dabei stecken hinter diesen Namen ganz gewöhnliche pflanzliche Rohstoffe: Jojobaöl, Sonnenblumenöl und Süßmandelöl. 

Warum stehen auf Kosmetikprodukten dann solche komplizierten Bezeichnungen – und was können wir aus der Zutatenliste eigentlich herauslesen?

Genau dafür lohnt sich ein Blick auf die sogenannte INCI-Liste.

Was bedeutet INCI?

INCI steht für International Nomenclature of Cosmetic Ingredients – also die international verwendete Nomenklatur für kosmetische Inhaltsstoffe.

Kosmetikprodukte müssen in der EU eine Liste ihrer Inhaltsstoffe tragen. Diese wird mit dem Begriff „Ingredients“ eingeleitet. 

Deshalb findest du auf der Verpackung beispielsweise nicht einfach „Jojobaöl“, sondern:

Simmondsia Chinensis Seed Oil

Der Name klingt kompliziert, dahinter steckt aber ein pflanzlicher Rohstoff aus den Samen des Jojobastrauchs.

Und Jojoba hält direkt noch eine kleine Überraschung bereit: Obwohl wir von Jojobaöl sprechen, handelt es sich chemisch betrachtet überwiegend um ein flüssiges Wachs. 

👉 Warum Jojobaöl eigentlich gar kein Öl ist, erklären wir ausführlich in unserem Jojoba-Ratgeber.

Was verrät die Reihenfolge der Inhaltsstoffe?

Hier wird die INCI-Liste besonders interessant.

Grundsätzlich werden die Inhaltsstoffe in absteigender Reihenfolge ihres Gewichts zum Zeitpunkt der Zugabe aufgeführt.

Das bedeutet: Inhaltsstoffe, die in größeren Mengen eingesetzt werden, findest du grundsätzlich weiter vorne.

Allerdings gibt es eine wichtige Besonderheit:

Inhaltsstoffe in Konzentrationen von weniger als 1 % dürfen nach den Inhaltsstoffen über 1 % in beliebiger Reihenfolge aufgeführt werden. 

Du kannst anhand einer INCI-Liste deshalb nicht einfach die genauen Prozentanteile eines Produktes bestimmen.

Und auch ein Inhaltsstoff weit hinten ist nicht automatisch unwichtig. Manche Stoffe werden gezielt in kleinen Mengen eingesetzt.

Komplizierter Name = künstlicher Inhaltsstoff?

Nein.

Das ist ein wichtiger Punkt beim Lesen von Zutatenlisten.

Zum Beispiel:

Simmondsia Chinensis Seed Oil → Jojobaöl
Helianthus Annuus Seed Oil → Sonnenblumenöl
Prunus Amygdalus Dulcis Oil → Süßmandelöl 

Ein wissenschaftlich klingender Name sagt also nicht automatisch etwas darüber aus, ob ein Inhaltsstoff pflanzlichen oder synthetischen Ursprungs ist.

Deshalb lohnt es sich, unbekannte Begriffe erst einmal nachzuschlagen, anstatt sie allein aufgrund ihres Namens zu bewerten.

Wo kann ich unbekannte Inhaltsstoffe nachschlagen?

Eine praktische Anlaufstelle ist beispielsweise COSMILE Europe.

Dort kannst du nach INCI-Bezeichnungen suchen und unter anderem herausfinden, um welchen Inhaltsstoff es sich handelt, welchen Ursprung er hat und welche Funktionen er in kosmetischen Produkten erfüllen kann. 

So wird aus einem zunächst kompliziert wirkenden Namen häufig ziemlich schnell ein bekannter Inhaltsstoff.

Und was bedeutet „Parfum“?

Auch „Parfum“ taucht auf vielen Zutatenlisten auf.

Duftstoffmischungen und ihre Ausgangsstoffe werden grundsätzlich unter der Bezeichnung „Parfum“, Aromastoffe als „Aroma“ angegeben. Bestimmte Stoffe müssen aufgrund gesetzlicher Vorgaben zusätzlich einzeln in der Zutatenliste erscheinen. 

„Parfum“ bedeutet deshalb nicht automatisch, dass sich dahinter nur ein einzelner Stoff verbirgt.

Das Wichtigste zum Schluss 🌼

Eine INCI-Liste sieht auf den ersten Blick komplizierter aus, als sie sein muss.

Wenn du dir drei Dinge merkst, bist du schon ziemlich weit:

Die Reihenfolge gibt Hinweise auf die eingesetzten Mengen. Unter 1 % kann die Reihenfolge variieren. Und kompliziert klingende Namen können trotzdem ganz normale pflanzliche Rohstoffe bezeichnen.

Eine Zutatenliste verrät dir nicht jedes Detail über ein Produkt. Aber wenn du weißt, wie du sie liest, kannst du deutlich besser verstehen, was eigentlich in deiner Hautpflege steckt.

Und genau darum geht es uns bei BELLIS LaPURE:

Nicht nur wissen, was drinsteckt – sondern auch verstehen, was dahintersteckt.

Natürlich. Pur. Wirksam. 🌼

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